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Rhein-Zeitung
- Ausgabe Koblenz vom 23.10.2008, Seite 3.
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Irre Tour: Koblenzer will alten Bus 7000 Kilometer zu
Versteigerung fahren Für
den Koblenzer Felix Pietler (rechts) geht es am 1. November auf eine
alles andere als alltägliche Reise: Der 30-Jährige fährt von Dresden
nach Banjul im afrikanischen Gambia - mit seinem VW-Bus. Pietler und
sein Team nehmen an einer rund 7000 Kilometer langen Wohltätigkeits-Rallye
teil. Bedingungen für ihn und die anderen 27 Teams, von denen eines
Pietlers Mitbewohnerin Karin Wolffrom (links) mit Christian Höltker
(Mitte) stellt: Das Auto muss älter als 25 Jahre oder weniger als 1000
Euro wert sein. Am Zielort werden die Wagen bei Bedarf repariert und
dann für einen guten Zweck versteigert. So wird zurzeit unter anderem
eine Krankenstation sowie eine Ausbildungswerkstatt für junge
Kfz-Mechaniker aufgebaut. Pietler, als Fahrzeugtechniker bei Daimler in
Sindelfingen tätig, ist seit März mit den Vorbereitungen beschäftigt:
Der Bus brauchte einen größeren Tank, einen Unterbodenschutz, das
Fahrwerk musste angehoben werden. Nicht nur das: "Ich habe das Auto
einmal komplett auseinandergenommen", sagt Pietler. "Das
Wichtigste ist, dass alles in Schuss und reparierbar ist." 23 Tage
wird das Abenteuer dauern - wenn keine schweren Pannen das Fortkommen
behindern. "Der Reiz ist, zu zeigen, was man mit einer alten Karre
machen kann", meint der 30-Jährige. "Ich kann mir aber noch
nicht vorstellen, wie man es mit einem normalen Auto durch die Wüste
schafft." Wer Pietler als Sponsor oder durch Sachspenden für
Kinder in Gambia unterstützen möchte, erreicht ihn unter Tel. 0179/663 06 93.
(fj)
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Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 27.12.2008, Seite 3.
Mit
dem alten VW-Bus durch die Sahara
Koblenzer
Felix Pietler legte bei außergewöhnlicher Wohltätigkeits-Rallye rund 7300
Kilometer zurück
KOBLENZ.
Es klingt nach einem echten Abenteuer: mit einem scheinbar nicht eben geländetauglichen
Fahrzeug, das in Deutschland nur noch mit Mühe der Straßenverkehrsordnung
entspricht, bis nach Westafrika zu fahren. Durch die Sahara, insgesamt 23 Tage
lang. Rund 7300 Kilometer durch Deutschland, Frankreich, Spanien, Marokko,
Westsahara, Mauretanien, Senegal und Gambia. Und das Fahrzeug dann noch am Ziel
zu versteigern. Der Koblenzer Felix Pietler hat genau das gemacht. Er nahm an
einer außergewöhnlichen Wohltätigkeits-Rallye teil, bei der 25 Teams mit
mindestens 25 Jahre alten Autos oder solchen, die weniger als 1000 Euro wert
sind, von Dresden ins gambianische Banjul fuhren. Die Autos wurden für einen
guten Zweck an den Meistbietenden vergeben - so auch Pietlers 18 Jahre alter
VW-Bus.
Zusammen
mit Freund Felix Buchner, der eigens zu dieser Rallye aus Japan anreiste, machte
sich der 30-Jährige auf einen Trip ins Ungewisse. "Ich kann mir noch nicht
vorstellen, wie man es mit einem normalen Auto durch die Wüste schaffen
soll", meinte Pietler vor dem Start. Dementsprechend viele Vorbereitungen
waren zu treffen: größere Tanks, ein massiver Unterfahrschutz, andere Reifen,
neue Wasserpumpe und Batterie - um nur einige der insgesamt 4000 Euro
verschlingenden Posten aufzuzählen.
Doch
der Aufwand lohnte sich: Ein geplatzter Benzinschlauch, ein paar Kleinigkeiten,
das war"s. Kein Problem für den bei Daimler in Sindelfingen beschäftigten
Fahrzeugtechniker, der bei anderen Teams gerne mal aushalf: "Bei vielen ist
was passiert, weil deren Fahrzeuge im Vergleich zum VW-Bus tiefer stehen",
berichtet er. "Ich habe mal einen Kühler neu gemacht oder auch einen
Auspuff abgeflext. Das wurde dann abends beim Lagerfeuer ausgeglichen",
sagt er - und fügt etwas Entscheidendes hinzu: "Das war kein Urlaub."
Anfangs
waren die vielen Kilometer auf europäischen Autobahnen anstrengend, später die
Temperaturen, Schlaglöcher und der Sand in Afrika. Jeden Tag von morgens um
sieben, acht bis abends um acht. "Auf den unbefestigten Straßen hatte man
ständig Angst, dass das Auto auseinanderfällt", erzählt Pietler. Ganz
besonders in jenen zwei Momenten, als der VW-Bus derart hart aufschlug, dass der
Sand bis über die Windschutzscheibe spritzte und sich der Dachgepäckträger
vom Dach verabschiedete. "Da habe ich gedacht: Jetzt ist die Reise zu
Ende", sagt der 30-Jährige. Das aber war sie nicht, es ging weiter,
manchmal mit 70 Kilometern pro Stunde im zweiten Gang durch den Sand, um nicht
stecken zu bleiben, bisweilen auf nur zwei Rädern durch die Kurve.
Sechs
Tage lang führte der Weg durch die Wüste, zwischenzeitlich durch Steppe und über
Pisten. In jedem Fall mit der Hilfe sogenannter Wüsten-Guides; Einheimischer
also, die sich in der Weite der Wüste zu orientieren wissen. Die Wüstenetappen
fuhren alle Teams zusammen - wenn ein Wagen im Sand stecken blieb, waren gut und
gerne acht Mann notwendig, ihn wieder zu befreien. Glücklicherweise aber
passierte das den Koblenzer Piloten nicht. Stattdessen gab"s zum Abschluss
ein anderes Erlebnis unvergesslicher Art: Die Teams fuhren gemeinsam nach Banjul
ein, geleitet von einer Polizei-Eskorte.
Und
dort wurden die Autos - nachdem sie wieder in Schuss gebracht waren - vor dem
Stadion versteigert. Rund 44 000 Euro brachte die Rallye ein, knapp 3000
davon Pietlers VW-Bus. Letztere Summe geht an eine Lehrwerkstatt für
Kfz-Mechaniker nahe Banjul. Der Koblenzer freut sich über den großen Betrag,
den sein altes Auto erzielt hat - auch wenn eine andere, spontane Idee damit
zunichte war: den Wagen selbst ersteigern und damit weiter durch Afrika fahren.
Pietler hat"s verschmerzen können. Ob er sich nun, zurück in Deutschland,
ein neues Auto zulegen wird? Er weiß es noch nicht. Wird vielleicht auch ein
wenig langweilig, so ganz ohne Sand auf der Straße. Frank
Jellinek
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Kurze
Pause bei einer wahrlich ungewöhnlichen Rallye: Mitten in der Wüste
erholt sich der Koblenzer Felix Pietler in seinem Bus - und ein
einheimischer Orientierungshelfer auf dem Dach. |
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Daumen
hoch für ein intaktes Auto: Felix Pietler versteigert am Zielort im
gambianischen Banjul seinen alten VW-Bus für knapp 3000 Euro, die einer
Lehrwerkstatt für Kfz-Mechaniker helfen. |
Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 27.12.2008, Seite 3.